Herbst, blauer Himmel, kalte Füße

Ja, man will es noch nicht so recht glauben, aber der Herbst ist angekommen, hat die Kissen zurecht gerückt, eine warme Decke übergeschlagen und sich eingenistet.

Überraschend kommt das jetzt ja nicht wirklich!
schon länger zieht eine steile Brise über Deutschland und versorgt uns mit Regen, grauem Himmel und Kälteschauern.
Liebevoll wurde der Sommer auch in Arschloch umbenannt.

Der Vorteil liegt natürlich auf der Hand: Wir haben pures Geld gespart!
Keine Chance zur knappen Bekleidung, heißt auch kein Wunsch nach neuen Sachen, keine kurzen Hosen, die dieses Jahr nicht mehr passen, keine Röcke in den aktuellen Trendfarben, keine neuen Sandalen. Wirtschaftlich was das natürlich nicht so der Bringer, aber dafür wird eher geheizt, früher Tee und Kerzen gekauft und ein Sommerloch kann es im Film- und Buchverkauf wohl auch nicht gegeben haben.

Na und erst die Reisebüros… Die müssen doch überlaufen gewesen sein. Jene Menschen, die sich doch nach Wärme sehnten, die ihr Weltbild nicht umgestalten konnten und deren Bademode schon im Frühjahr aufgefrischt wurde. Klar, dass das nicht umsonst gewesen sein soll.

Also, alle ab ins Flugzeug, Lust verpesten, rüber jetten. In der Sonne bruzzeln, wie die Würstchen – nicht, denn es regnet ja – Eis schlecken, Sonnenbrillen posen. Jach, schön wars – dann im Heimische Regenloch, erscheint einem die Welt fast schon winterlich kalt und grau. Der Ärger übers Wetter!

Schlagzeile Nummer eins in jedem Stadtgespräch, in jedem Wartezimmer, im Zug, im Bus und auf der Arbeit. Massen nörgeln, rund um die Uhr. Kein Wunder, dass sich Frau Sonne noch ein bisschen krank meldet. Das kriegt man ja Migräne!

Heute jedenfalls: kalt, ungemütlich, bäh!
Jetzt aber: blauer Himmel, Schäfchen Wolken, goldene Abendsonne.

Nach all dem Altweibergewäsch, gar doch noch Altweibersommer?